Planlos ins Wärmepumpen-Desaster

18. Aug 2023

Stromnetz in Brandenburg nicht ausreichend für Masseneinsatz von Wärmepumpen – Netzausbau macht Strom noch teurer als ohnehin

Die Bundesregierung schreibt mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz einen kompletten Umbau der Wärmeversorgung in Deutschland . Der Landtagsabgeordnete Philip Zeschmann (BVB / FREIE  WÄHLER) stellte nun eine parlamentarischen Anfrage, wie realistisch der Masseneinsatz von Wärmepumpen in Brandenburg ist. Denn kaum eine andere Heizungsart erfüllt die Anforderungen des Gesetzes. So fallen klimaneutrale Holzpelletheizungen als Massenlösung aus – wie aus der Antwort der Landesregierung klar hervorgeht: „Eine Analyse im Jahr 2006 hat für den Marktraum Brandenburg ergeben, dass die verfügbaren Holzressourcen den Bedarf der Holzverbraucher nicht decken können.“ Andere Alternativen zur Wärmepumpe will oder kann die Landesregierung nicht nennen. Offizielle Begründung: Sie kenne das Gesetz ja noch nicht. „Die Landesregierung mogelt sich um eine Antwort herum. Aber die Bürger müssen das Gesetz befolgen und sollen die Antwort wissen.“, so Zeschmann.

Bisher werden gerade einmal 3,47% der Haushalte in Brandenburg mit einer Wärmepumpe beheizt. Und deren Strombedarf ist erheblich. Die Landesregierung gibt folgende Durchschnittswerte an: Bei Neubau ca. 4,7 kW elektr. bei teilsanierten Einfamilienhäusern, ca. 9,5 kW elektr. und bei unsanierten Einfamilienhäusern ca. 12,3 kW elektr.. „Im Gegensatz zu anderen Elektrogeräten in den Haushalten laufen diese Anlagen bei kalter Witterung ununterbrochen – und das dann zukünftig in fast allen Haushalten gleichzeitig. Wohngebieten würde zukünftig erheblich mehr Leitungskapazität benötigen als derzeit installiert.“ so Zeschmann.

Doch die Frage, ob die Stromnetze überhaupt die Belastung standhalten konnte die Landesregierung nicht beantworten. Sie weiß nicht einmal, welche Leitungskapazitäten je Haushalt in den 80ern, 90ern und 2000ern für Wohngebiete vorgehalten wurden. Ab 30.04.2024 hätten aber die Verteilnetzbetreiber einen Netzausbauplan vorzulegen und alle zwei Jahre zu erneuern. Zeschmann dazu: „Die Bundesregierung beschließt de facto eine Pflicht zur Wärmepumpe, aber niemand weiß ob die Leitungen dafür ausreichen. Die Netzbetreiber sollen halt überall ausbauen bis es reicht – zu den Kosten schweigt die Landesregierung.“

Die Kosten für diesen großflächigen Ausbau trägt dann der Verbraucher: „Ein eventuell notwendiger Netzausbau wird über die Netzentgelte refinanziert. Die Netzentgelte sind Bestandteil des Strompreises und werden von den Verbraucherinnen und Verbrauchern mit der Nutzung der Stromnetze gezahlt.“– so die Landesregierung. Für Zeschmann ein Unding: „Das Bundesgesetz, das die Bürger faktisch zur Nutzung von Strom zu Heizzwecken verpflichtet, sorgt gleichzeitig dafür, dass dieser zwangsweise verwendete Strom noch erheblich teurer wird. Dabei hat Deutschland bereits jetzt die höchsten Haushaltsstrompreise der Welt! Und diese laufenden, hohen Kosten kommen dann noch zu den enormen Umbaukosten der Häuser hinzu. Das ist unsoziale Klimapolitik mit der Brechstange!“

Zeschmann will an der Sache dranbleiben. „Sobald das Gesetz komplett beschlossen ist, werden wir die Landesregierung erneut fragen, was die Menschen machen sollen, für die weder Wärmepumpe, noch Pelletheizung in Frage kommt. Mal sehen, ob die Landesregierung dann eine Antwort kennt,  .“

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